Die 3 wichtigsten „stillen Gifte“ für die Nieren
Bei älteren Menschen können die Nieren besonders leicht Schaden nehmen, weil die Nierenreserve oft bereits reduziert ist. Bestimmte Einflüsse wirken dabei schleichend und lange unbemerkt – und können die Nierenfunktion über Jahre deutlich verschlechtern.
1) Häufige und unkontrollierte Einnahme von NSAIDs (entzündungshemmende Schmerzmittel)
Dieses Risiko wird oft unterschätzt, weil viele nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR/NSAIDs) frei erhältlich sind und bei chronischen Beschwerden (z. B. Arthrose, Rückenschmerzen) regelmäßig genutzt werden.
- Typische Beispiele: Ibuprofen, Naproxen, Diclofenac
- So entsteht der Schaden: Bei dauerhafter oder hoch dosierter Einnahme kann die Durchblutung der Nieren abnehmen. Das belastet die Filterleistung und kann langfristig zu chronischer Nierenerkrankung bis hin zur Niereninsuffizienz beitragen.
- Praktischer Hinweis: Nehmen Sie NSAIDs nicht routinemäßig ohne ärztliche Begleitung ein – besonders dann nicht, wenn bereits andere Erkrankungen bestehen.
2) Schlecht eingestellte chronische Erkrankungen (Bluthochdruck & Diabetes)
Diese Faktoren sind keine „Gifte“ im klassischen Sinn, wirken aber über Jahre äußerst schädlich auf die feinen Blutgefäße und Filterstrukturen der Nieren.

- Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck): Dauerhaft erhöhter Druck schädigt die kleinen Gefäße und die Glomeruli (die Filtereinheiten). Bluthochdruck zählt zu den häufigsten Ursachen für Nierenerkrankungen.
- Diabetes mellitus (erhöhter Blutzucker): Zu viel Glukose im Blut greift die Nierenfilter mit der Zeit an und fördert „Verhärtungen“ sowie Funktionsverlust. Diabetes ist eine der wichtigsten Ursachen für chronische Nierenschäden.
- Praktischer Hinweis: Konsequente Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um die Nieren langfristig zu schützen.
3) Zu viel Natrium (Salz) und zu wenig Flüssigkeit
Beides kann dazu führen, dass die Nieren überlastet werden oder weniger effizient arbeiten.
- Natrium/Salz: Ein hoher Salzkonsum – besonders durch verarbeitete Lebensmittel, Fertiggerichte sowie Konserven – erhöht die Belastung für die Nieren, begünstigt Bluthochdruck und kann die Nieren zusätzlich direkt beeinträchtigen.
- Dehydrierung (zu wenig trinken): Mit zunehmendem Alter lässt das Durstgefühl häufig nach. Chronisch zu geringe Flüssigkeitszufuhr reduziert das Blutvolumen, das die Nieren erreicht, und kann das Risiko für akute Nierenschädigung erhöhen.
- Praktischer Hinweis: Reduzieren Sie Speisesalz und stark verarbeitete Produkte und trinken Sie regelmäßig über den Tag verteilt.
Was können Sie konkret tun?
Eine frühe Diagnose ist entscheidend. Lassen Sie bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung einfache Tests durchführen:
- Bluttest: Kreatinin messen und daraus die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) bestimmen lassen
- Urintest: auf Eiweiß (Albumin) und/oder Blut im Urin prüfen lassen
Möchten Sie Tipps, wie Sie Salz reduzieren können, ohne dass das Essen langweilig schmeckt?
Ich kann Ihnen gerne praktische Strategien nennen (Gewürz-Alternativen, Einkaufstricks, Rezeptideen), die im Alltag wirklich funktionieren.


