Vier Lebensmittel- und Getränkegruppen, die ein Herzchirurg strikt meidet
Ein langes, vitales Leben hängt maßgeblich davon ab, was wir täglich essen und trinken. Ausnahmen bestätigen zwar die Regel, doch für die meisten Menschen ist eine ausgewogene Ernährung entscheidend. Der bekannte Herzchirurg Dr. Jeremy London, der auf TikTok große Reichweite hat, hat in einem Video vier Lebensmittel- und Getränkegruppen benannt, die er konsequent vermeidet, um seine Gesundheit – insbesondere die Herzgesundheit – optimal zu schützen.
1. Fast Food: Schmackhaft, aber riskant
Als Erstes nimmt sich der Herzchirurg Fast Food vor. Er bezeichnet viele dieser Produkte provokant als „essbare Produkte“, denen echter Nährwert fehlt.
Typische Schnellgerichte sind:

- extrem kalorienreich
- arm an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen
- reich an ungesunden Fetten und Zusatzstoffen
Eine Veröffentlichung im American Journal of Lifestyle Medicine aus dem Jahr 2017 weist darauf hin, dass Fast Food häufig vollgepackt ist mit:
- chemischen Zusatzstoffen und künstlichen Inhaltsstoffen
- übermäßig viel Maissirup und Zucker
- künstlichen Süßstoffen
- großen Mengen Salz
- Farbstoffen und Konservierungsmitteln
Diese Kombination kann das Risiko für Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen deutlich erhöhen.
Lesetipp: Eine Studie zeigt, dass weißer Reis in Bezug auf die Herzgesundheit ähnlich problematisch sein kann wie stark zuckerhaltige Süßigkeiten.
2. Softdrinks: „Flüssiger Tod“ aus der Dose
Sowohl herkömmliche als auch Light-Limonaden bezeichnet Dr. London als „wässrigen Tod“. Kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke sind meist regelrechte Zuckerbomben und stehen in Zusammenhang mit zahlreichen Gesundheitsproblemen:
- Gewichtszunahme und Adipositas
- gestörte Blutzuckerregulation
- erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes
UCLA Health weist darauf hin, dass bereits eine zuckerhaltige Limonade pro Tag das Risiko für Typ-2-Diabetes deutlich steigern kann.
Besonders tückisch: Light- und Zero-Varianten, die oft als gesündere Alternative vermarktet werden. Studien deuten darauf hin, dass künstliche Süßstoffe:
- den Appetit anregen
- den Stoffwechsel beeinflussen
- langfristig ähnliche negative Effekte haben können wie normal gezuckerte Softdrinks
Aus Sicht von Dr. London ist es daher am sinnvollsten, Softdrinks grundsätzlich zu vermeiden, wenn man seine Gesundheit schützen möchte.
3. Milchprodukte: Kritischer Blick auf ein „Grundnahrungsmittel“
Auch Milch und Milchprodukte geraten bei Dr. London in die Kritik. Er betont, dass der Mensch die einzige Spezies ist, die:
- Milch über die Kindheit hinaus konsumiert
- Milch von anderen Tierarten trinkt
Das Physicians Committee for Responsible Medicine weist darauf hin, dass Milchprodukte in der amerikanischen Ernährung eine der Hauptquellen für gesättigte Fettsäuren sind. Diese stehen in Verbindung mit:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Typ-2-Diabetes
- einem erhöhten Risiko für Alzheimer
Zwar gibt es Studien, die fettarme oder fettfreie Milchprodukte aufgrund ihres Nährstoffprofils in einem etwas positiveren Licht erscheinen lassen, doch das Gesamtbild ist noch nicht abschließend geklärt. Weitere Forschung ist nötig, um die gesundheitlichen Auswirkungen von Milchprodukten vollständig zu verstehen.
Dr. London empfiehlt daher, Milch und Milchprodukte zumindest deutlich zu reduzieren – für viele Menschen könne es sogar sinnvoll sein, weitgehend darauf zu verzichten.
Lesetipp: Drei häufige Lebensmittel, die Experten als besonders schädlich für die Herzgesundheit einstufen – und was man stattdessen essen sollte.
4. Alkoholische Getränke: Gift für jede Körperzelle
Als letzte Gruppe nennt der Herzchirurg Alkohol. Er bezeichnet ihn als „zweifellos toxisch für jede einzelne Zelle unseres Körpers“. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Alkohol als Gruppen-1-Karzinogen ein – dieselbe Kategorie, in der sich auch Asbest und Tabak befinden.
Wichtige Punkte zu Alkohol:
- selbst geringer oder gelegentlicher Konsum kann gesundheitlich bedenklich sein
- es gibt einen Zusammenhang mit verschiedenen Krebsarten
- Leber, Herz, Gehirn und Immunsystem werden langfristig geschädigt
Onkologie-Expertinnen und -Experten wie die Ernährungsspezialistin Nichole Andrews und der Arzt Waqqas Tai raten ebenfalls dazu, möglichst ganz auf Alkohol zu verzichten, da der gesundheitliche Schaden potenzielle Vorteile weit überwiegt. In Fachkreisen besteht zunehmend Einigkeit darüber, dass es keinen wirklich sicheren Schwellenwert für Alkoholkonsum gibt.
Fazit: Bewusste Entscheidungen für ein längeres, gesünderes Leben
Die Empfehlungen von Herzchirurg Dr. Jeremy London sind eine klare Erinnerung daran, wie bedeutend unsere Ernährungsentscheidungen für Herzgesundheit und allgemeines Wohlbefinden sind. Auch wenn es herausfordernd sein kann, Fast Food, Softdrinks, viele Milchprodukte und Alkohol weitgehend vom Speiseplan zu streichen, kann dieser Schritt spürbare Vorteile bringen.
Stattdessen lohnt es sich, eine Ernährung in den Mittelpunkt zu stellen, die – wie von der American Heart Association empfohlen – reich ist an:
- Gemüse
- Obst
- Vollkornprodukten
- Hülsenfrüchten
Wer bewusste und informierte Entscheidungen darüber trifft, was auf den Teller und ins Glas kommt, kann aktiv dazu beitragen, chronische Erkrankungen zu vermeiden und die eigene Lebensqualität langfristig zu steigern.


