Gesundheit

Ältere Erwachsene, die diese Körperteile nicht waschen, könnten ihr Leben verkürzen

Mit dem Alter verändert sich die Körperpflege – und bleibt dennoch entscheidend

Mit zunehmendem Alter wandeln sich viele Gewohnheiten: Der Körper reagiert empfindlicher, die Haut verliert schneller Feuchtigkeit und die Energie nimmt oft ab. Trotzdem ist eine gute Hygiene-Routine im Alltag ein zentraler Baustein, um gesund zu bleiben und Infektionen vorzubeugen.

Was viele ältere Menschen nicht wissen: Werden bestimmte Körperstellen beim Duschen oder Waschen regelmäßig übersehen, kann das von Hautproblemen bis zu Pilz- und bakteriellen Infektionen führen – und langfristig das allgemeine Wohlbefinden beeinträchtigen.

Im Folgenden findest du die häufig vergessenen Körperstellen beim Duschen und warum ihre richtige Reinigung helfen kann, länger und besser zu leben.

Ältere Erwachsene, die diese Körperteile nicht waschen, könnten ihr Leben verkürzen

1. Der Bauchnabel: klein, aber keimfreundlich

Der Bauchnabel wird beim Waschen sehr oft ausgelassen – besonders im höheren Alter. Durch seine tiefe, geschlossene Form sammeln sich dort leicht Schweiß, Hautfette, Bakterien und Pilze.

Mögliche Folgen:

  • anhaltender Körpergeruch
  • Pilz- oder bakterielle Infektionen
  • Rötungen, Juckreiz und Reizungen

So reinigst du ihn richtig:

  • Mit einem Wattestäbchen und lauwarmem Wasser plus etwas mildem, pH-neutralem Waschgel reinigen
  • Alternativ: stark verdünnter Alkohol (nur bei intakter Haut)
  • Anschließend gründlich trocknen
  • Keine dicke, fettige Creme in den Bauchnabel geben

2. Hinter den Ohren: ein Klassiker unter den „vergessenen Zonen“

Auch hinter den Ohren sammeln sich im Laufe des Tages Talg, Schweiß und Shampoo-Reste. Gerade mit zunehmendem Alter kann das zu Geruch und Hautentzündungen (Dermatitis) führen.

Warum das wichtig ist:
Bei mangelnder Reinigung können kleine Entzündungen entstehen. Außerdem können Keime in ungünstigen Fällen Richtung Gehörgang wandern.

Empfehlung:

  • Beim Duschen sanft hinter den Ohren waschen
  • Danach gut abtrocknen
  • Keine Wattestäbchen oder Gegenstände in den Gehörgang einführen

3. Zwischen den Zehen: besonders relevant bei Diabetes und Durchblutungsproblemen

Der Bereich zwischen den Zehen ist kritisch – vor allem bei älteren Menschen mit Diabetes, schwächerer Durchblutung oder eingeschränkter Beweglichkeit. Dort bleibt Feuchtigkeit leicht stehen, was Pilzbildung und Hautrisse begünstigt.

Was passieren kann, wenn man dort nicht gründlich reinigt und trocknet:

  • Fußpilz (Tinea pedis)
  • Ausbreitung auf Nägel und umliegende Haut
  • schwer heilende Wunden und Entzündungen

Praktischer Tipp:

  • Nach dem Duschen die Zehenzwischenräume vollständig trocknen
  • Bei Bedarf antifungales Puder verwenden
  • Eine leichte, nicht zu fettige Pflege nur sparsam nutzen (Feuchtigkeit soll nicht „eingeschlossen“ werden)

4. Fingernägel und Handfalten: unscheinbar, aber voller Risiken

Mit dem Alter wachsen Nägel häufig langsamer, und unter den Nägeln kann sich leichter Schmutz ansammeln – inklusive Keimen. Zusätzlich halten die Falten zwischen den Fingern manchmal Seifenreste, Feuchtigkeit oder Hautfett zurück.

Mögliche Konsequenzen:

  • bakterielle Infektionen
  • Nagelpilz
  • unangenehmer Geruch

Empfehlung für die tägliche Handhygiene:

  • Nägel mit lauwarmem Wasser und milder Seife vorsichtig bürsten
  • Hände gut abtrocknen, auch zwischen den Fingern
  • Danach eine leichte Handcreme verwenden (besonders nach dem Waschen)

5. Das Innere der Nase: Hygiene ohne „Wasserwaschen“

Die Nase wird nicht klassisch „gewaschen“, dennoch lohnt sich Nasenhygiene, weil sich innen Staub, getrockneter Schleim und Bakterien ansammeln können.

Was fehlende Nasenpflege begünstigen kann:

  • chronische Verstopfung der Nase
  • höhere Anfälligkeit für Atemwegsinfekte
  • schlechtere Sauerstoffversorgung im Schlaf

So geht es schonend:

  • Isotonische Salzlösung oder Meerwasser-Spray verwenden
  • Besonders abends vor dem Schlafengehen anwenden, wenn die Nase oft trockener ist

6. Hinter den Knien und in Körperfalten: Feuchtigkeit als Problemfaktor

Bei Übergewicht, eingeschränkter Mobilität oder empfindlicher Haut können Körperfalten (z. B. hinter den Knien, unter der Brust, am Bauch) Feuchtigkeit und Schweiß speichern. Das erhöht das Risiko für Reizungen und Pilzinfektionen.

Was du tun kannst:

  • Mit lauwarmem Wasser und milder Seife reinigen
  • Sehr gründlich mit einem weichen Handtuch trocknen
  • Bei Rötung: sparsam Puder oder eine geeignete antimykotische Creme nach ärztlicher Empfehlung

7. Die Kopfhaut: weniger Waschen heißt nicht weniger Pflege

Viele ältere Menschen waschen die Haare seltener. Wenn sich jedoch Talg und abgestorbene Hautzellen ansammeln, sind Juckreiz, Schuppen und mitunter auch Haarausfall möglich.

Tipp für eine gesunde Kopfhaut:

  • Kopfhaut mit einem milden Shampoo mindestens zweimal pro Woche waschen
  • Mit den Fingerkuppen sanft massieren (fördert die Durchblutung und löst Ablagerungen)
  • Aggressives Kratzen vermeiden

Fazit: Hygiene ist Gesundheitsvorsorge – nicht nur Kosmetik

Körperpflege im Alter ist weit mehr als eine Frage des Aussehens. Wer auch die „kleinen“ und oft übersehenen Bereiche sauber hält, kann Infektionen vorbeugen, die Hautgesundheit verbessern und das allgemeine Wohlbefinden stärken.

Ob du selbst älter bist oder eine ältere Person unterstützt: Diese Details wirken unscheinbar, machen aber im Alltag häufig den Unterschied.

Abschließender Hinweis

Bevor du deine Pflegeroutine stark veränderst oder neue Produkte nutzt, sprich am besten mit Ärztin/Arzt oder Dermatologin/Dermatologen – besonders bei Diabetes, Allergien oder bestehenden Hautproblemen.