Was ist Neuropathie und wie beeinflusst sie die Beine?
Eine periphere Neuropathie liegt vor, wenn die Nerven geschädigt werden, die Arme und Beine mit Gehirn und Rückenmark verbinden. Diese Nervenschädigung kann sich in den Beinen durch Muskelschwäche, Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Schmerzen bemerkbar machen.
Gerade bei älteren Erwachsenen zählt eine solche Störung zu den häufigen Ursachen für Kraftverlust, Gleichgewichtsprobleme und Unsicherheit beim Gehen.
Medikamente, die Neuropathie auslösen oder begünstigen können
Viele Arzneimittel sind für die Behandlung wichtiger Erkrankungen unverzichtbar. Dennoch gibt es Wirkstoffe, die bei längerer Anwendung oder in bestimmten Dosierungen die Nerven beeinträchtigen können. Zu den Medikamenten, die mit einem erhöhten Risiko für medikamentenbedingte Neuropathie in Verbindung gebracht werden, gehören:

- Amiodaron: Wird zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt und steht bei Langzeiteinnahme in Zusammenhang mit möglichen Nervenschäden.
- Bestimmte Chemotherapeutika: Einige Krebsmedikamente können die peripheren Nerven angreifen und neuropathische Beschwerden verursachen.
- Langzeit-Antibiotika und starke Virostatika (Antivirale): Bei einzelnen Betroffenen wurden auch hier Neuropathie-Fälle beschrieben, insbesondere bei prolongierter Einnahme.
- Statine: Cholesterinsenker, die in Studien bei einem Teil der Patientinnen und Patienten mit Nervenschädigungen assoziiert wurden.
Da jeder Körper unterschiedlich reagiert, sollten Änderungen, Umstellungen oder das Absetzen von Medikamenten ausschließlich in ärztlicher Abstimmung erfolgen.
Gibt es das „schlimmste“ Medikament?
Ein universell „schlimmstes“ Medikament gibt es nicht. Ob und wie stark Nerven betroffen sind, hängt unter anderem ab von:
- Dosierung
- Dauer der Anwendung
- Vorerkrankungen und allgemeinem Gesundheitszustand
- individuellen Risikofaktoren
Arzneimittel mit höherem neurotoxischem Potenzial (zum Beispiel bestimmte Herzmedikamente oder langfristige Therapien) können jedoch eher Nervenschäden begünstigen, wenn keine geeignete Kontrolle und Verlaufskontrolle erfolgt.
Frühe Anzeichen einer Neuropathie in den Beinen
Achten Sie insbesondere auf folgende mögliche Frühzeichen:
- Kribbeln oder brennendes Gefühl in Füßen oder Beinen
- Abnehmendes Empfinden, Taubheit oder Muskelschwäche
- Häufige Krämpfe oder Probleme, das Gleichgewicht zu halten
Empfehlungen zum Schutz der Nerven
Folgende Maßnahmen können helfen, Risiken früh zu erkennen und die Nervengesundheit zu unterstützen:
- Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt alle Medikamente, die Sie einnehmen, und fragen Sie gezielt nach möglichen Auswirkungen auf die Nerven.
- Melden Sie anhaltende Schmerzen, Taubheit oder Schwäche in den Beinen so früh wie möglich.
- Pflegen Sie einen nervenfreundlichen Lebensstil: B-Vitamine in der Ernährung, ausreichend Flüssigkeit, moderate Bewegung und genügend Schlaf/Erholung.
- Vermeiden Sie Selbstmedikation und setzen Sie Arzneimittel nicht eigenständig ab.
- Nehmen Sie regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahr, um Nervenfunktion und Durchblutung überprüfen zu lassen.
Wichtiger Hinweis
Diese Informationen dienen der Aufklärung und ersetzen keine medizinische Diagnostik oder Behandlung. Bevor Sie ein Medikament verändern, reduzieren oder absetzen, konsultieren Sie bitte immer Ihre Ärztin/Ihren Arzt oder eine andere qualifizierte medizinische Fachperson.


