Lorbeeröl selbst herstellen
Lorbeeröl ist ein kraftvolles, natürliches Hausmittel, das du mit wenig Aufwand zu Hause zubereiten kannst. Seit Jahrhunderten wird es wegen seiner entzündungshemmenden, antimikrobiellen, schmerzlindernden und entspannenden Eigenschaften geschätzt und als Unterstützung für Körper, Gelenke, Muskeln und Haut eingesetzt.
Im Unterschied zu ätherischem Lorbeeröl, das durch aufwendige Destillation gewonnen wird, entsteht hausgemachtes Lorbeeröl durch das Einlegen (Mazerieren) der Blätter in ein Basisöl wie Oliven- oder Mandelöl. Durch diesen schonenden Prozess gehen die wertvollen Wirkstoffe des Lorbeers langsam in das Trägeröl über, ohne dabei zerstört zu werden.

Wofür ist Lorbeeröl gut?
Natürliches Lorbeeröl lässt sich sowohl im medizinischen als auch im kosmetischen Bereich vielseitig nutzen. Besonders beliebt ist es, um:
- Muskelschmerzen und Gelenkbeschwerden zu lindern, zum Beispiel bei Arthritis, Verstauchungen oder Verspannungen.
- Die Durchblutung anzuregen und so das Gefühl schwerer, müder Beine zu reduzieren.
- Das Haar zu stärken, Haarausfall vorzubeugen und Schuppen zu bekämpfen.
- Hautprobleme zu behandeln, etwa Pilzinfektionen, Dermatitis, Akne oder gereizte Hautstellen.
- Stress und innere Unruhe zu mindern, wenn es in Massagen oder in der Aromatherapie eingesetzt wird.
Wenn du diese Vorteile nutzen möchtest, kannst du Lorbeeröl ganz einfach selbst ansetzen.
Zutaten und Materialien
Für ein hochwertiges, hausgemachtes Lorbeeröl benötigst du:
- 1 Tasse Lorbeerblätter (frisch oder getrocknet)
- 1 Tasse Trägeröl
- z. B. extra natives Olivenöl, Kokosöl oder Mandelöl
- 1 Glasgefäß mit dicht schließendem Deckel
- Mörser oder ein scharfes Messer
- Feines Sieb oder Mulltuch/Gaze
- Dunkle Flasche oder dunkles Glas zur Aufbewahrung des fertigen Öls
Lorbeeröl selber machen – Schritt für Schritt
1. Lorbeerblätter waschen und trocknen
Wenn du frische Blätter verwendest, spüle sie gründlich unter fließendem Wasser ab, um Erde, Staub oder kleine Insekten zu entfernen. Anschließend mit einem sauberen Tuch vollständig trocken tupfen – Feuchtigkeit im Glas kann die Haltbarkeit des Öls beeinträchtigen.
2. Blätter zerkleinern oder anstoßen
Schneide die Lorbeerblätter in kleinere Stücke oder zerdrücke sie leicht im Mörser. Dadurch vergrößert sich die Oberfläche, und die Inhaltsstoffe können besser in das Öl übergehen.
3. Blätter einlegen
Gib die vorbereiteten Lorbeerblätter in das Glasgefäß und gieße das Trägeröl darüber, bis alle Blätter vollständig bedeckt sind. Das Glas verschließen und einmal kräftig schütteln, damit sich alles gut vermischt.
4. Warmer Ruheplatz
Stelle das Glas für etwa 15–20 Tage an einen warmen, hellen Ort, zum Beispiel auf eine sonnige Fensterbank. Schüttel das Glas täglich einmal kurz durch, um die Extraktion zu unterstützen und Schimmelbildung zu vermeiden.
5. Öl abseihen
Nach der Mazerationszeit das Öl durch ein feines Sieb oder ein Mulltuch in ein sauberes Gefäß filtern. Das fertige Lorbeeröl hat in der Regel eine leicht grünliche Färbung und einen intensiven, würzigen Duft. Die Blätter kannst du entsorgen; das Öl füllst du in eine dunkle Flasche, idealerweise aus Glas.
6. Richtig lagern
Bewahre dein Lorbeeröl an einem kühlen, trockenen Ort, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung, auf. Unter guten Bedingungen bleibt es etwa 4–6 Monate wirksam.
Anwendung von Lorbeeröl
Gegen Muskel- und Gelenkschmerzen
Einige Tropfen Lorbeeröl auf die betroffene Stelle geben und mit kreisenden Bewegungen sanft einmassieren. Das Öl kann bei Verspannungen, Prellungen und rheumatischen Beschwerden unterstützend wirken.
Für kräftiges und gesundes Haar
Etwas Lorbeeröl in die Kopfhaut einmassieren, 20 Minuten einwirken lassen und anschließend wie gewohnt mit Shampoo auswaschen. Diese Anwendung kannst du 1–2 Mal pro Woche wiederholen, um Haarwurzeln zu stärken und Schuppen vorzubeugen.
Für die Hautpflege
Lorbeeröl kann als Körperöl genutzt oder gezielt auf irritierte Stellen, juckende Haut oder Pickel aufgetragen werden. Es unterstützt die Regeneration der Haut und kann bei kleineren, nicht offenen Verletzungen den Heilungsprozess fördern.
In der Aromatherapie
Einige Tropfen Lorbeeröl in eine Schale mit heißem Wasser oder in einen Diffusor geben. Der warme, würzige Duft wirkt beruhigend, hilft beim Entspannen und kann gleichzeitig die Atemwege befreien.
Wichtige Hinweise
- Führe vor der ersten Anwendung einen Patch-Test durch: Trage ein wenig Öl in der Armbeuge auf und warte 24 Stunden, um eine mögliche Reaktion auszuschließen.
- Nicht auf offene Wunden oder stark entzündete Haut auftragen.
- Während der Schwangerschaft, Stillzeit oder bei bestehenden Erkrankungen solltest du vor der Anwendung mit einer ärztlichen Fachperson oder Therapeutin Rücksprache halten.
Fazit
Selbst hergestelltes Lorbeeröl ist einfach zuzubereiten, kostengünstig und extrem vielseitig einsetzbar. Ob als natürliche Unterstützung bei Schmerzen, als Bestandteil deiner täglichen Haut- und Haarroutine oder als entspannendes Öl in der Aromatherapie – mit wenigen Zutaten und etwas Zeit erhältst du ein hochwertiges Naturprodukt, das dein Wohlbefinden auf sanfte Weise fördern kann.


